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KULTUR VON TSCHECHISCHE REPUBLIK

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Kultur - Tschechische Republik

In Tschechien besteht ein großer Reichtum an kulturhistorischen Denkmälern. Neben zahlreichen weltberühmten Bauwerken aus den verschiedensten Epochen sind vor allem auch die Vertreter der Musik des 19. Jahrhunderts wie Bedřich Smetana und Antonín Dvořák bekannt. Von internationaler Bedeutung ist das Musikfestival Prager Frühling. In der Literatur erreichten vor allem Franz Kafka und Milan Kundera Weltruf. Auch der Filmsektor ist in der Tschechischen Republik stark entwickelt (Prager Filmstudios). Alljährlich findet das Internationale Filmfestival Karlovy Vary statt. Regisseure wie Miloš Forman (Einer flog über das Kuckucksnest), Jan Svěrák (Kolya) und Jiří Menzel erhielten für ihre Produktionen Oscars.

Die Tschechische Republik ist ein Land, das auf eine lange und reiche Kulturtradition zurückblicken kann; davon zeugt auf den ersten Blick das reiche Angebot von Fach- und Unterhaltungsliteratur auf Tschechisch und in Fremdsprachen, das in Tschechien von in- und ausländischen Verlegern auf den Markt gebracht wird. Auch ausländische Zeitungen und Zeitschriften sind in Tschechien im Handel, in Prag erscheinen zwei Zeitungen in deutscher Sprache: Die Prager Volkszeitung und das Prager Wochenblatt.

Kulturveranstaltungen - das ist hierzulande ein weiter Begriff, unter dem man sowohl Theaterbesuche und Konzerte, aber auch Shows, Revuen, Gala-Abende, Jazz und Rockmusik versteht. Eine Veranstaltung von Weltruf ist das Musikfestival Prager Frühling.

Konzert- und Theateraufführungen fangen in der Regel pünktlich an, man muss sich also rechtzeitig einfinden. In Bekleidungsfragen ist man hierzulande eigentlich konservativ, für Theater und Klassikkonzerte tragen die Herren einen Anzug, die Damen Gesellschafts- oder Abendkleid. Der Museums-, Galerie- und Ausstellungsbesuch fällt auch unter das Stichwort Kultur. Die Museen haben entweder regionalen Charakter, dann zeigen sie alles Wissenswerte über eine betreffende Stadt oder Landschaft und deren Geschichte, oder sind thematisch spezialisiert. Die umfangreichsten Sammlungen hat das Nationalmuseum in Prag vorzuweisen, interessant sind die thematischen Museen wie z.B. das Glasmuseum in Kamenický Šenov und Nový Bor, das Museum der böhmischen Granate in Trebenice, das Spielzeugmuseum auf Schloss Kratochvíle, das Militärmuseum auf dem Hradschin in Prag und andere. Wirklich sehenswert ist das Jüdische Museum mit den Synagogen im Kern der Prager Altstadt. Sehenswert sind die für Besucher offenen Schlösser und Burgen, die meistens Lang-, aber auch Kurzzeitausstellungen zeigen.

Tschechische Gegenwartsliteratur

Wenn man von tschechischer Nachkriegsliteratur spricht, muss man drei "Ebenen" unterscheiden:
1. "offizielle" Literatur, die in staatseigenen tschechoslowakischen Verlagen erschien,
2. Untergrundliteratur, also Samizdat-Erscheinungen und
3. Emigrantenliteratur tschechischer Autoren im Ausland.

Laut einer Übersicht des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sind von der Mitte der 60er Jahre bis 1989 an die 680 Originaltitel der tschechischen Literatur, die während des kommunistischen Regimes verboten waren, zuerst in westdeutschen Verlagen publiziert worden. Doch das ist nicht die einzige Verbindung der tschechischen Literatur zu Deutschland: Auch viele emigrierte tschechische Autoren haben sich im deutschen Sprachgebiet niedergelassen und schreiben heute teils sogar deutsch (Ota Filip, Jirí Gruša, Pavel Kohout, Libuše Moniková).

Einzelne Autorinnen und Autoren (Auswahl):
- Václav Havel - seine Dramen und Essays sind bei Rowohlt als Taschenbücher verlegt.
- Bohumil Hrabal - seine Werke sind auf Deutsch bei Suhrkamp erschienen.
- Pavel Kohout: Ich schneie. ... München (Goldmann TB) 1994.
- Milan Kundera: Die Identität. München (Hanser) 1998.
- Jáchym Topol: Die Schwester. Berlin (Verlag Volk und Welt) 1998.
- Lenka Reinerová: Das Traumcafé einer Pragerin. Berlin (Aufbau TB) 1996; Mandelduft. Berlin (Auftbau Verlag) 1998.
- Josef Škvorecký: Eine prima Saison. München (Piper) 1999.
- Jaroslav Seifert: Was einmal Liebe war. Hanau/Main (Dausien) 1985.
- Skácel, Jan: Das elfte weiße Pferd 1993; Wundklee 1989.

Architektur
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzte die tschechische Architektur internationale Maßstäbe (Jugendstil, Art déco, Kubismus und Funktionalismus). Eine traurige Ausprägung der kommunistischen Epoche sind die zahlreichen Plattenbau-ten, in den Städten ebenso wie auf dem Lande anzutreffen. In jüngster Zeit findet die Tschechische Republik durch interessante Einzelprojekte (z. B. das Tanzende Haus von Frank O. Gehry in Prag) wieder Anschluß an die internationale Architekturszene.

Graphik und Malerei, Bildhauerei
Zahlreiche Gemäldegalerien im ganzen Lande besitzen nicht nur herausragende Werke der Kunst vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert, sondern präsentieren auch das rege Gegenwartsschaffen tschechischer Künstler. Gebrauchsgraphik, künstlerische Gra-phik, Malereien, Collagen und Skulpturen eröffnen auf nonverbale Weise einen Zugang in moderne geistige Strömungen in der Tschechischen Republik. Mit etwas Neugier kann man hier ganz Erstaunliches entdecken.

Fotografie
Die tschechische Fotografie genießt seit langem internationales Renommee. Man denke nur an Josef Sudek, Karel Hájek, Karel Otto Hrubý, Jirí Všetecka, Václav Jíru, Vilém Reichmann, Jan Reich, Jan Saudek oder Jindrich Štreit, die auch in Deutschland bekannt wurden. Ob klassische Bildreportage, Surrealismus, Realismus oder ganz avantgardistische Themenstellungen - in allen Richtungen waren und sind tschechische Fotographen führend vertretend.

Film
Die "neue Welle" des tschechischen Film mit Protagonisten wie Jirí Menzel und Miloš Forman (Einer flog über das Kuckucksnest, Amadeus) konnte in den 60er Jahren Weltrang erreichen. Berühmt sind auch tschechische Kinderfilme, die alljährlich auf dem Kinderfilmfestival in Zlín präsentiert werden. Die internationale Filmwelt trifft sich alljährlich auf dem Filmfest von Karlovy Vary (Karlsbad). Die Privatisierungswelle scheint die tschechische Filmindustrie gut überstanden zu haben.

Küche

"Svíčková" (gesprochen „switschkowa“, eine Art Sauerbraten, in Österreich Rindslungenbraten) mit böhmischen Semmelknödeln ist ein typisches tschechisches Essen. Dazu passt gutes Bier, die Tschechen trinken normalerweise 160 Liter pro Kopf und Jahr. Eines der besten tschechischen Biere ist Bürgerbräu in Polička.

Tschechische Republik Informationen

Tatsachen, Hauptangaben Tatsachen, Hauptangaben
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